Erste Cross-Tour mit dem Cube

Nach der kurzen Einweihung gestern, habe ich heute eine erste kleine Cross-Tour mit meinem neuen Cube Cross unternommen. Die Strecke führte mich über ein paar schöne Schotterstrecken, genug Asphalt war aber auch dabei. Im folgenden möchte ich meine Erfahrungen und Erkenntnisse etwas näher schildern…
Zunächst zur Strecke: ursprünglich wollte ich dem Feininger/Ilmtal-Radweg bis Mellingen folgen und mich dann dort orientieren, ob es sich lohnt, weiter in Richtung Jena zu fahren oder irgendwie eine Schleife zu machen. Leider war das relativ ernüchternd — der Radweg hört in Mellingen sehr abrupt an der Autobahnauffahrt auf und lässt einem nur noch die Wahl zwischen zwei Feldwegen, die beide erstmal einige Hundert Meter straff bergab gehen. Die dritte Alternative wäre die viel befahrene Bundesstraße gewesen. Da ich zu diesem Zeitpunkt erst 6 oder 7 km gefahren war, bin ich erstmal wieder umgekehrt und bin noch eine Parkrunde gefahren bis zur Sternbrücke. Am Schloss vorbei, hinter der Mensa durch den Park zurück und dann die Belvederer Allee herauf. Somit hatte ich auch noch ein paar Stadt-Kilometer, die mir gelegen kamen um das Aus- und wieder Einklicken an einigen Ampeln zu üben: inzwischen geht es blind und völlig problemlos, umgefallen bin ich auch nicht ;-). Das Streckenprofil kann man insgesamt weitgehend als ‘topfeben’ bezeichnen, die böseste Steigung ist der Berg hier am Haus bei der Anfahrt zur Tiefgarage.
Ich habe den GPS-Logger dabei gehabt, eine kleine Auswertung mit Google-Maps-Visualisierung der Strecke gibt es dank uTrack auch. Laut Fahrradcomputer war ich ziemlich genau 18 km unterwegs, für die ich 47 Minuten gebraucht habe — insgesamt war ich aber länger unterwegs, weil ich Foto-Pausen gemacht habe. Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 22.81 km/h (Dirk, da lachst du bestimmt nur drüber, aber ich fange ja erst an ;-)). Es war aber schnell genug, um alle anderen Radfahrer, die auch so unterwegs waren (Touristen wie Sportler), zu überholen. Ich hatte einen schönen runden Tritt und hab mich bemüht, gleichmäßig ein Tempo um die 30 zu halten. Maximal waren es 42 km/h auf der Abfahrt am Ende des Radweges der Belvederer Allee.
Einige Beobachtungen: zum einen ist dieses Rad eine wahre Fahrmaschine. Es fühlt sich an, als müsste man nur sein eigenes Körpergewicht fortbewegen, so leicht und direkt geht alles. Mit den Scheibenbremsen komme ich inzwischen gut klar, auf den Schotterabschnitten haben sie sehr gut mit den griffigen Reifen zusammengewirkt und mir so immer das Gefühl gegeben, alles im Griff zu haben. Eine weitere extrem tolle Sache ist der Remote-Lockout der Federgabel. Auf einer geraden Asphaltstrecke kann man die Gabel einfach auf Knopfdruck sperren und somit überträgt sich nicht das Hin- und Herwiegen (auch bei sitzender Haltung) auf die Gabel, man verschenkt keine Kraft. Blöd ist nur, wenn man das Umschalten vergisst und das nächste Schlagloch dann etwas arg reinhaut ;-). Die Schaltung ist absolut souverän, das hätte mich auch gewundert, wenn es anders gewesen wäre. Kurzum: ich hab extrem viel Spaß gehabt auf der Runde mit diesem Rad und freue mich echt! Einziger Wermutstropfen: mein Wolfskin-Rucksack ist prima für den Alltag, aber auf dem Rad macht er keine gute Figur. Zu groß ist die Auflagefläche und zu wenig Belüftung liefert das dort angebrachte Gewebe: ich hab darunter geschwitzt ohne Ende… da muss ich mich mal nach etwas geeigneterem umschauen.

Oohhh, sieht das gut aus. Ich finde auf dem unteren Bild bilden das Rad und du eine matt-schwarze, schnittige Symbiose. Du brauchst keine Klingel, die Passanten springen von allein zur Seite.
Bei dem Abzweig in Mellingen darf man sich nicht entmutigen lassen, wenn du unter der Autobahn herfährst, weiter Richtung Süden, wirst du schnell mit schönen Waldabfahrten und Hangwiesenauffahrten Richtung Bad Berka belohnt. Wenn dich dort deine Kräfte vom Auf- und Ab noch nicht verlassen haben kannst du die Strecke von Westen her zurückfahren.
Auch sehr reizvoll, v.a. mit deiner Ausrüstung ist die Tour Weimar –– Jena, durch das Webicht, dann Süßenborn, Kapellendorf, usw. Da hast du jegliches Terrain für dich und dein Rad dabei.
Bis morgen, Christoph
18/05/2008 (21:01)Da sprichst du was an mit der Symbiose… eine Touristendame auf ihrem Hollandrad ist glatt rechts rangefahren, um mir Platz zu machen — obwohl der Weg 3 Meter breit war. In ihrem Servilismus wäre sie dabei fast in die Brennnesseln geplumpst, das fand ich sehr lustig ;-).
Aber ein Hoch auf die Erfinder der Funktionsklamotten, das funktioniert einfach: Flüssigkeitstransport nach außen, aber Wind darf keiner rein; mit zwei dieser dünnen Lagen (kurzes Shirt drunter, langes drüber) war ich bei den doch recht kühlen 14 Grad auch im Wind genau richtig gekleidet.
Nach Jena mit dem Rad… klingt reizvoll, zumal ich ja dort auch übernachten könnte. Warum eigentlich nicht?
18/05/2008 (21:21)